Was bedeutet Freiarbeit?

Zwischen 7:45 Uhr und 9:30 Uhr findet täglich in den Klassen die Freiarbeit statt. (Offener Unterrichtsbeginn, Pflichtanwesenheit ab 8:00 Uhr). Hier können die Kinder nicht einfach machen, was sie wollen. Im Gegenteil - die Freiarbeit findet nach festen Regeln statt:

  • Regel Nr. 1: Jedes Kind muss arbeiten. Dafür muss das Kind beachten, ob die ausgewählte Arbeit es wirklich im Lernstand weiter bringt. Reines "Spielen" ist nicht möglich. Sein Pensum darf es dabei nicht übersehen.
  • Dabei gilt: Jeder soll sein Bestes geben und sich eine Arbeit wählen, die ihne weiterbringt und fordert.
  • Das Kind darf allein, mit Partner oder in der Gruppe arbeiten dabei verhält es sich so, dass die anderen Kinder nicht bei ihrer Arbeit beeinträchtigt werden.
  • Das Kind kann seinen Lernweg selber wählen -es ist egal, ob das Kind das 1x1 per Arbeitsblatt, Partner-Abfrage, Niederschreiben oder Plättchenlegen übt - Hauptsache es funktioniert! Dabei wird es vom Lehrer betreut und beraten, um den optimalen Lernweg, der bei jedem Kind variiert, zu finden.
  • Jedes Kind bekommt so viel Zeit für jeden Lerninhalt, wie es benötigt; dabei schreitet das Schuljahr aber weiter. Daher müssen langsame Phasen durch schnelle ausgeglichen werden. Die Pensenbücher kontrollieren den Lernfortschritt und der Schüler muss regelmäßig dem Lehrer seinen Arbeitsstand nachweisen - Erziehung zur Lebenswirklichkeit.
  • Die Freiarbeit ermöglicht es dem Lehrer, sich individuell um einzelne Kinder zu kümmern; das Verhältnis der Schüler zu ihren Lehrern ist daher wesentlich persönlicher und vertrauter, als dies an der Regelschule möglich ist.
  • Die Kinder erlernen schon früh ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Selbstverantwortung, denn Freiarbeit ist kein Schonraum. Der Lehrer hilft - nimmt den Kindern aber nicht das Denken ab.